Russlands Forstwirtschaft weiter unter Druck
Die weltweiten Sanktionen gegen Russland zeigen auch in der Holzbranche Wirkung. Neben Importverboten für Holz scheinen nun auch Exportbeschränkungen für Maschinenteile zu massiven Problemen zu führen.
Die Lage in der russischen Forstwirtschaft hat sich 2025 weiter verschlechtert. Die Holzernte sank nach einer von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS verbreiteten Mitteilung der Segezha Group auf 176 Mio. m³ und lag damit 10 % unter Vorjahr sowie 20–30 % unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Parallel erklärte der stellvertretende russische Industrieminister Michail Jurin laut Interfax, für 2026 bis 2027 werde mit einem Produktionsrückgang von bis zu 30 % gerechnet. Grund dafür sei unter anderem, dass die noch verbleibenden Exportmärkte durch Sekundär- und Tertiärsanktionen zunehmend unter Druck gesetzt werden.
Zusätzlichen Druck sieht die russische Holzbranche bei der Technik. Laut Interfax warnte Segezha-Vizepräsident Nikolaj Ivanov im Oktober 2025, dass bis zum Jahr 2028 90 % der derzeit vorhandenen Holzerntetechnik verschlissen sein könnten. Zugleich bezifferte er den Bedarf an neuer Technik in den kommenden Jahren auf rund 3.500 bis 10.000 Einheiten. Der Import von Holzerntetechnik und Ersatzteilen aus westlichen Ländern ist durch die bestehenden Sanktionen aber nicht möglich.
Russische Forstbetriebe werden zudem durch höhere Pachtgebühren belastet. Laut der russischen Zeitung Kommersant sollen die Pachtgebühren je nach Landesteil um 80 % oder mehr steigen. Grund dafür sind Beschlüsse der Regierung aus den Jahren 2022 und 2023.
Es ist zu erwarten, dass die russische Forst- und Holzwirtschaft nach dem Ende des Krieges und der damit verbundenen Sanktionen einige Zeit brauchen wird, um sich zu erholen. Es ist also nicht damit zu rechnen, dass gleich nach Kriegsende wieder die gewohnten Mengen und Qualitäten zur Verfügung stehen. Aus rechtlicher Sicht ist außerdem zu bezweifeln, ob die Vorgaben der EUDR nach Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen umgesetzt werden können. Problem dabei ist zudem, dass es wohl einige Zeit dauern wird, bis die für die Umsetzung der EUDR voraussichtlich nötigen FSC- oder PEFC-Zertifizierungen wieder in Russland etabliert werden können (fk).

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