Neue Bauproduktenverordnung: Digitaler Produktpass für Holzprodukte rückt näher
Mit der neuen EU-Bauproduktenverordnung verändert sich schrittweise auch die Bereitstellung von Informationen über Bauprodukte aus Holz. Ein wichtiger Baustein ist der digitale Produktpass (DPP).
Produktbezogene Informationen sollen künftig strukturiert und digital zugänglich sein. U.a. zählen Angaben zu Leistung und Konformität sowie künftig verstärkt Informationen zu Umwelt- und Nachhaltigkeitseigenschaften dazu. Dies soll der transparenten Rückverfolgbarkeit von der nachhaltigen Forstwirtschaft über die Verarbeitung bis hin zum Endprodukt dienen.
Viele gehandelte Holzprodukte, etwa für den konstruktiven Holzbau, den Innenausbau oder weitere Anwendungen im Baubereich, fallen grundsätzlich in den Bereich der Bauproduktenregulierung, sofern sie als Bauprodukte von entsprechenden harmonisierten Vorgaben erfasst werden.
Hintergrund und Zeitplan
- EU-Vorgaben: Die EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) und Initiativen wie die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) treiben den digitalen Produktpass voran.
- Fristen:
- 2026: Arbeiten der EU-Kommission am neuen Regelwerk für die Produktfamilie
Structural timber products/elements and ancillarieslaufen.
- 3. Quartal 2026: Standardisierungsauftrag für die konstruktiven Holzprodukte ist vorgesehen.
- 2026 ff.: Konstruktive Holzprodukte und Holzwerkstoffe werden im CPR-Acquis-Prozess gemeinsam weiterbearbeitet.
- Für Holzprodukte im Möbelsektor ist die Einführung im EU-Fahrplan für ca. 2028 vorgesehen.
- Bis 2029: Erarbeitung der neuen harmonisierten technischen Spezifikationen bzw. Standards für konstruktive Holzprodukte vorgesehen.
Typische Inhalte eines Holz-DPP
- Herkunft: Geografischer Ursprung des Holzes, Name des Waldbestands und Zertifizierungsnachweise (z. B. FSC oder PEFC).
- Lieferkette: Dokumentation der Verarbeitungsstufen (Sägen, Hobeln) und Transportwege.
- Nachhaltigkeit: Ökobilanz, CO2-Fußabdruck (Product Carbon Footprint) sowie Angaben zu verwendeten Inhaltsstoffen oder Leimen.
- Kreislaufwirtschaft: Informationen für Demontage, Reparatur und recyclinggerechte Entsorgung, abrufbar via QR-Code oder NFC am Produkt
Aus Sicht von GD Holz ist entscheidend, dass bereits vorhandene Produktdaten effizient weiterverwendet werden können und für Hersteller und Handel keine unnötigen parallelen Daten- und Dokumentationsstrukturen entstehen. Gerade mit Blick auf die wachsenden Informationspflichten entlang der Lieferkette kommt es auf praxistaugliche und möglichst einheitliche digitale Lösungen an. Die Umsetzungsschritte der Bauproduktenverordnung wird der GD Holz monitoren und deren Auswirkungen auf den Holzhandel begleitend auswerten. (tl)

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