Neben der Fußball-WM wird das erste reine Holzstadion geplant
Mit Spannung verfolgt man die Spiele der Fußball-WM in Nordamerika. Blickt man beim laufenden Turnier auf die riesigen Spielarenen in den USA, so sieht man viel Beton, Stahl und Glas – aber Holz?
Die Idee, solche Stadien aus Holz zu konstruieren, erscheint im ersten Augenblick unrealistisch. So wird zwar in modernen Stadien bereits teilweise Holz verbaut, doch sind diese bisher Hybridlösungen, d. h., Holz wird als Baumaterial nur für Dachtragwerke, Tribünen oder Fassaden verwendet, während für Fundamente, Erschließungskerne und Verbindungselemente oder auch Sekundarstrukturen weiterhin oftmals Beton und Stahl verwendet werden.
Aber ein Anfang ist gemacht. Jenseits der Fußball-WM wird ein erstes reines Holzstadion auf dem alten Kontinent
geplant: Der englische Club Forest Green Rovers arbeitet an einem der spannendsten Stadionprojekte überhaupt – einem nahezu vollständig aus Holz gebauten Fußballstadion. Das Projekt heißt Eco Park
und wird in der Grafschaft Gloucestershire im Südwesten Englands stehen.
Geplant ist ein Stadion mit rund 5.000 Plätzen, eingebettet in ein größeres Areal mit Trainingsplätzen, Gewerbe, Hotel und weiterer Infrastruktur. Das Holzstadion ist ein echtes Leuchtturmprojekt für nachhaltiges Bauen im Sport - gerade im Vergleich zu vielen WM‑Arenen, die häufig stark auf Beton und Stahl setzen. In den letzten Jahren hat sich beim Projekt einiges getan. Ende 2024 wurden die detaillierten Baupläne endgültig genehmigt, nachdem zuvor schon die grundsätzliche Planung abgesichert war. Auch wichtige Umweltauflagen wurden inzwischen erfüllt.
Dem Baustart stehen allerdings noch Herausforderungen im direkten Umfeld gegenüber. Vor allem die Verkehrsanbindung sorgt für Diskussionen: Behörden fordern zusätzliche Straßenbaumaßnahmen, die mehrere Millionen Pfund kosten würden. Solche Punkte müssen erst geklärt werden, bevor tatsächlich gebaut werden kann. Parallel laufen im Hintergrund weiterhin Planungen – etwa zur Verkehrsführung, zum Gesamtkonzept des Geländes und zu weiteren Detailauflagen. Ziel ist es, alles so aufzustellen, dass das Projekt am Ende wirklich funktioniert – sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich. Aktuell wird davon ausgegangen, dass mit der Fertigstellung 2028 gerechnet wird.
Für die Holzwirtschaft ist das Ganze besonders spannend: Während noch meist konventionelle Stadien gebaut werden, zeigt dieses Beispiel, welches Potential Holz auch bei großen, komplexen Bauprojekten haben kann. Dieses Stadion der nächsten Generation zeigt, wie auch im Sportbereich klimafreundliches Bauen künftig aussehen könnte. Es wäre das erste konsequent als Vollholzstadion geplante Profifußballstadion weltweit und damit eine echte Blaupause für zukünftige Arenen. (tg)



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