Management von Waldkonzessionen im Kongobecken mit enormen Auswirkungen auf Biodiversität und Walderhaltung
Zwei kürzlich veröffentlichte Studien belegen, dass gut geführte Waldkonzessionen eine erhebliche Rolle beim Schutz tropischer Wälder spielen. Faktoren wie Walderhalt, Wilderei und das Vorkommen von diversen Wildtierpopulationen schneiden bei gut gemanagten und zertifizierten Konzessionen allesamt besser ab als auf Vergleichsflächen.
Die Studien basieren auf Langzeitdatensätzen (13 bis 20 Jahre) und strengen quantitativen Ansätzen, wobei Satellitendaten, Feldbeobachtungen und operative Überwachung kombiniert wurden.
Die erste Studie analysiert die Auswirkungen von Waldbewirtschaftungsplänen (FMPs) auf die Dynamik der Waldbedeckung zwischen 2000 und 2020 anhand von Satelliten- und Verwaltungsdaten aus mehreren zentralafrikanischen Ländern. Die Ergebnisse zeigen, dass Konzessionen mit einem validierten FMP mit einem durchschnittlichen Rückgang des Waldverlusts um 47 % verbunden sind, was etwa 100 vermiedenen Hektar pro Jahr und Konzession entspricht. Dieser Effekt tritt nach der Validierung schrittweise ein und hält langfristig über einen Zeitraum von bis zu fast 20 Jahren an. Gleichzeitig bewahren diese Konzessionen größere Flächen intakten Waldes, ohne dass es in den umliegenden Gebieten zu einer Zunahme der Entwaldung kommt. Diese Ergebnisse bestätigen, dass FMPs eine wichtige Rolle bei der Strukturierung der Waldbewirtschaftung spielen. Insbesondere Zoneneinteilung, Rotationsplanung, Regulierung der Holzeinschlagaktivitäten und eine verbesserte Zugangskontrolle sind die wichtigsten Regler. Die Studie hebt jedoch auch ein zentrales Problem hervor: Fast 45 % der Konzessionen verfügten im Jahr 2020 noch immer nicht über einen validierten FMP.
Die zweite Studie befasst sich mit den Maßnahmen zur Wilderei-Bekämpfung in FSC-zertifizierten Konzessionsgebieten in Kamerun über einen Zeitraum von 13 Jahren. Sie stützt sich auf eine detaillierte Erfassung der Patrouilleneinsätze, der Wildereiaktivitäten und der Wildtierbeobachtungen. Die Ergebnisse zeigen, dass nach der Einführung von SMART (Spatial Monitoring and Reporting Tools) die Patrouilleneinsätze um rund 50 % zunahmen, begleitet von einem deutlichen Rückgang der Wildereiindikatoren (weniger Schlingen, weniger Wilderei-Lager etc.). Auch die an Kontrollpunkten beobachtete Menge an Buschfleisch ging deutlich zurück (–44 %). Gleichzeitig blieben die Sichtungsraten von Großsäugetieren wie Waldelefanten, Gorillas und Schimpansen insgesamt stabil, was darauf hindeutet, dass diese Managementsysteme dazu beitragen, den Druck auf Wildtiere zu begrenzen. Die Studie hebt zudem hervor, dass diese Ergebnisse mit relativ moderaten Kosten (rund 23 USD/km²/Jahr) erzielt wurden.
Zusammengenommen zeigen beide Studien, dass eine effektiv umgesetzte Waldbewirtschaftung dazu beitragen kann, den Druck auf Wälder und Wildtiere zu verringern – auch oder gerade in den tropischen Gebieten. Sie unterstreichen zudem, dass die Wirksamkeit in erster Linie von der konkreten Umsetzung ohnehin bestehender Instrumente abhängt.
Vor dem Hintergrund zunehmender internationaler Anforderungen, insbesondere im Rahmen von CITES und der Entwaldungsverordnung der Europäischen Union (EUDR), liefern diese Erkenntnisse nützliche Anhaltspunkte für Diskussionen und ein besseres Verständnis nachhaltiger Waldbewirtschaftungsansätze in Zentralafrika. Sie zeigen zudem eine klare Priorität auf: die Beschleunigung der Validierung von Waldbewirtschaftungsplänen und die Stärkung von Überwachungs- und Kontrollsystemen, um die beobachteten Ergebnisse zu festigen.
Eine dritte Studie hat überdies bestätigt, dass in Waldgebieten, die durch eines der gängigen Nachhaltigkeitssiegel zertifiziert sind, die Anzahl großer Wirbeltiere und damit die Wald erhaltende Biodiversität größer und vielfältiger ist als in nicht zertifizierten Vergleichsflächen.
(nop)

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