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Genaue Bezeichnungen für Holzwerkstoffe im Bauwesen

22.04.2020rss_feed

Genaue Bezeichnungen für Holzwerkstoffe im Bauwesen

P1, P2, OSB, SWP, S und NS sind nur einige der vielen Kürzel, die es für die Bezeichnung von Holzwerkstoff-Platten gibt. Es gibt Unterschiede für den Verwendungsort und die zu erwartende Belastung. Die bewährte Holzwerkstoff-Karte des GD Holz wurde dafür kürzlich überarbeitet.


Holzwerkstoffe sind definitiv eines der wichtigsten Sortimente des Holzhändlers, daher sollte man die Übersicht behalten, welche Arten von Holzwerkstoffen es gibt und auch die geläufigsten Bezeichnungen kennen. OSB 1, 2, 3 und 4 wird bekannt sein, wie auch Spanplatten von P1 bis P7 – doch wie werden Faserplatten, MDF und LVL korrekt bezeichnet? Die Holzwerkstoff-Karte klärt auf! Je nach Nutzungsklasse (1 bis 3) und einem tragenden oder nicht-tragenden Einsatz im Bauwesen, können Sie so die richtige Platte finden.

 

Nutzungsklassen (NKL) nach DIN EN 1995-1-1 (Eurocode 5)

Das System der Nutzungsklassen ist wichtig für den Statiker und Planer für die Zuordnung von Festigkeitswerten und zur Berechnung von Verformungen unter festgelegten Umgebungsbedingungen.

Die Nutzungsklassen beschreiben das klimatische Umfeld eines Bauwerks/Bauteils am Einbauort während seiner gesamten Nutzungsdauer. Über die in den Nutzungsklassen angegebenen (oberen) Klimagrenzen kann auf die (maximale) Holzausgleichsfeuchte geschlossen werden, die sich im eingebauten Zustand einstellt.

Folgende Nutzungsklassen sind definiert:

  • Nutzungsklasse 1 (trockener Bereich): gekennzeichnet durch einen Feuchtegehalt in den Baustoffen, der einer Temperatur von 20 °C und einer relativen Luftfeuchte der umgebenden Luft entspricht, die nur für einige Wochen je Jahr einen Wert von 65 % übersteigt, z. B. in allseitig geschlossenen und beheizten Bauwerken. Die Holzausgleichsfeuchten liegen zwischen 5 % und 15 %
  • Nutzungsklasse 2 (feuchter Bereich) ist gekennzeichnet durch einen Feuchtegehalt in den Baustoffen, der einer Temperatur von 20 °C und einer relativen Luftfeuchte der umgebenden Luft entspricht, die nur für einige Wochen je Jahr einen Wert von 85 % übersteigt, z. B. bei überdachten offenen Bauwerken. Die Holzausgleichsfeuchten liegen zwischen 10 % und 20 %
  • Die Nutzungsklasse 3 (Außenbereich) erfasst Klimabedingungen, die zu höheren Feuchtegehalten als in Nutzungsklasse 2 führen, z. B. für Konstruktionen, die der Witterung ausgesetzt sind. Die Holzausgleichsfeuchten können deutlich über 20 % liegen.

 

Weitere Informationen:

(zel)


Foto: © Norbord

Foto: © Norbord