GD Holz fordert stärkere Berücksichtigung der Holznutzung im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
Im Rahmen der Verbändeanhörung des Bundesumweltministeriums zur Weiterentwicklung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz
(ANK) hat der GD Holz Stellung genommen. Das ANK ist ein Förderprogramm der Bundesregierung, welches natürliche Ökosysteme wie Wälder, Moore und Grünflächen stärkt, um Klimaschutz, Biodiversität und die Anpassung an den Klimawandel zu verbessern.
Grundsätzlich unterstützt der GD Holz die Kernziele des Programms, fordert in seinem Positionspapier jedoch eine stärkere Berücksichtigung der nachhaltigen Holznutzung und der gesamten Forst- und Holzwertschöpfungskette. Der Beitrag der Wälder zum Klimaschutz darf nicht allein auf die Kohlenstoffbindung im Wald reduziert werden. Ebenso wichtig ist es, die langfristige Kohlenstoffbindung in Holzprodukten sowie die Substitution emissionsintensiver Materialien angemessen zu berücksichtigen. Insbesondere der Holzbau leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor.
Der Holzhandel selbst ist ein wichtiger Umsetzungsakteur für die Ziele des ANK: Ohne funktionierende Handels- und Logistikstrukturen erreichen klimafreundliche Holzprodukte die Märkte nicht. Im Einzelnen heißt dies zusammengefasst:
Holzverwendung als Bestandteil des Klimaschutzes anerkennen
Der GD Holz fordert, die nachhaltige Bereitstellung, den Handel und die Verwendung von Holz als integralen Bestandteil einer klimafreundlichen Bioökonomie im ANK zu verankern. Neben der Klimawirkung von Holzprodukten müssten auch funktionierende Wertschöpfungs- und Versorgungsketten berücksichtigt werden, da diese Voraussetzung für die Verfügbarkeit klimafreundlicher Holzprodukte am Markt ist.
Aktive Waldbewirtschaftung stärken
Der GD Holz begrüßt die vorgesehenen Maßnahmen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel. Gleichzeitig spricht sich der Verband dafür aus, auf Anreizsysteme, statt auf zusätzliche Regulierungen zu setzen. Klimastabile und widerstandsfähige Wälder entstünden vor allem dort, wo Waldbesitzer durch aktive und nachhaltige Bewirtschaftung flexibel auf die Folgen des Klimawandels reagieren können. Pauschale Nutzungseinschränkungen könnten die Investitionsbereitschaft beeinträchtigen und den Waldumbau erschweren.
Zusätzliche Stilllegungen kritisch prüfen
Kritisch bewertet der Verband mögliche weitere Flächenstilllegungen und Nutzungseinschränkungen. Vor entsprechenden Entscheidungen sollten die Auswirkungen auf Klima, Biodiversität und Rohstoffversorgung umfassend geprüft werden. Aus Sicht des GD Holz verringern zusätzliche Stilllegungen die Rohholzverfügbarkeit und schwächen damit die positiven Klimaschutzwirkungen der Holzverwendung.
Holzhandel in Zukunftskommission Wald einbinden
Mit Blick auf die angekündigte Zukunftskommission Wald fordert der GD Holz eine ausgewogene Besetzung des Gremiums. Neben Umwelt- und Naturschutzverbänden sollten Forst- und Holzwirtschaft, Wissenschaft, Bauwirtschaft sowie auch der Holzhandel vertreten sein. Das ANK hat unmittelbare Auswirkungen auf Rohstoffverfügbarkeit, Versorgungssicherheit und Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Holzhandel übernimmt dabei eine zentrale Rolle als Bindeglied zwischen Forstwirtschaft, Industrie und Abnehmern.
Verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen
Darüber hinaus spricht sich der GD Holz für eine langfristig stabile Förderarchitektur aus. Der Umbau zu klimaresilienten Wäldern und der Ausbau einer klimafreundlichen Holzwirtschaft erfordern erhebliche Investitionen. Dafür sind verlässliche Förderprogramme, bürokratiearme Verfahren, Planungssicherheit über Legislaturperioden hinweg sowie transparente Zielgrößen notwendig. Kurzfristige Programmänderungen oder zusätzliche Auflagen gefährden Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Im beigefügten Positionspapier macht der GD Holz deutlich, dass ein wirksamer natürlicher Klimaschutz nur im Zusammenspiel von Klimaschutz, Biodiversität und nachhaltiger Holznutzung gelingen kann. Als Verband fordern wir daher, die Leistungen der gesamten Forst- und Holzwirtschaft einschließlich des Holzhandels bei der Weiterentwicklung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz
angemessen zu berücksichtigen. (tl)

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