Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2025
Das BMLEH hat gestern die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2025 vorgestellt. Zum Vorjahr haben sich die Ergebnisse nur geringfügig verändert.
Im Zuge der Waldzustandserhebung (WZE) wird in jährlichen Stichprobenerhebungen der Kronenzustand und damit die Vitalität der Wälder in Deutschland bewertet. So können Veränderungen und Risiken erkannt werden, um Entscheidungen zum Schutz des Waldes treffen zu können. Die Ergebnisse der WZE zeigen, dass sich der Wald bislang noch immer nicht von den Folgen der extrem trocken-heißen Sommer 2018 bis 2020 erholt hat.
Als Indikator für die Vitalität der Waldbäume wird der belaubte Kronenzustand herangezogen. Der Kronenzustand der Waldbäume hat sich im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Nach wie vor ist eine hohe Kronenverlichtung bei allen Arten zu verzeichnen: Die Anteile der Schadstufe deutliche Kronenverlichtung
(35 %) sowie der Warnstufe
(44 %) sind weiterhin auf hohem Niveau. Dabei sind ältere Bäume (über 60 Jahre) überdurchschnittlich betroffen. Der Anteil der Bäume mit deutlicher Kronenverlichtung liegt hier bei 44 %, bei denen unter 60 Jahren dagegen nur bei 17 %. Insgesamt weisen nur 21 % der Waldbäume keine Kronenverlichtung auf.
- Schadstufe 0 – Verlichtung: 0-10 % (Bezeichnung: Ohne Kronenverlichtung)
- Schadstufe 1 – Verlichtung: 11-25 % (Bezeichnung: Warnstufe – schwache Kronenverlichtung)
- Schadstufe 2 – Verlichtung: 26-60 % (Bezeichnung: Mittlere Kronenverlichtung)
- Schadstufe 3 – Verlichtung: 61-99 % (Bezeichnung: Starke Kronenverlichtung)
- Schadstufe 4 – Verlichtung: 100 % (Bezeichnung: Abgestorben)
Beispiel: 40 % Verlichtung bedeutet: Gegenüber einer voll belaubten Krone fehlen 40 % der Blattmasse bzw. es sind nur 60 % der normalerweise zu erwartenden Blattmasse vorhanden.
In die 2025er Erhebung sind 46.531 Probebäume aus 38 Baumarten auf 1.889 Probepunkten eingegangen. Rund 76 % entfallen auf die vier Hauptbaumarten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche (Stiel- und Trauben-Eiche werden gemeinsam ausgewertet).
Alle übrigen Baumarten werden für die statistische Auswertung zu den Gruppen andere Nadelbäume
und andere Laubbäume
zusammengefasst. Rund 31,5 % der aufgenommenen Bäume sind jünger als 60 Jahre.
Fichte
- Bei der Fichte ist eine leichte Verbesserung der mittleren Kronenverlichtung festzustellen (von 27,2 auf 25,2 %). Dies kann allerdings ein Effekt des flächendeckenden Absterbens der Fichten in den Vorjahren sein, da abgestorbene Bäume in der Stichprobe durch neue Bäume am Aufnahmepunkt ersetzt werden.
Kiefer
- Zwar weist die Kiefer innerhalb der Hauptbaumarten im Durchschnitt den besten Kronenzustand auf. Ihre mittlere Kronenverlichtung hat jedoch gegenüber dem Vorjahr zugenommen von 22,5 auf 24,2 %.
Buche
- Bei der Buche ist die mittlere Kronenverlichtung ist von 28,5 % auf 25,2 % gesunken. Allerdings ging zeitgleich die Fruchtbildung der Buche deutlich zurück.
Eiche
- Die Eiche zeigt weiterhin einen schlechten Zustand. Die mittlere Kronenverlichtung stieg im Jahr 2025 von 29,3 % auf 30,1 % an. Im Vergleich ist die Eiche auch 2025 wieder die Baumart mit der höchsten mittleren Kronenverlichtung der Hauptbaumarten. Zum schlechten Zustand der Eichen trägt laut der WZE maßgeblich der Befall durch Insekten, beispielsweise durch den Eichenprachtkäfer, und Pilze bei. Die Eiche ist aber auch die durchschnittlich älteste Baumart und somit besonders anfällig für biotische und abiotische Schäden. (js)
Die ausführlichen Ergebnisse der Waldzustandserhebung finden Sie unter: Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2025
(Quelle: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat)

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