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Erfolgreicher Tag des deutschen Rohholzhandels 2026 in Würzburg

17.06.2026rss_feed

Erfolgreicher Tag des deutschen Rohholzhandels 2026 in Würzburg

Vergangenen Dienstag fand der Tag des deutschen Rohholzhandels statt. Mit 116 Teilnehmenden war die Veranstaltung besser besucht als je zuvor.


Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die wie in den Vorjahren in Würzburg stattfand, stand eine Frage, die die gesamte Wertschöpfungskette Holz betraf: Woher kommt das Holz, wenn die Bauwirtschaft wieder an Fahrt gewinnt? Vor dem Hintergrund einer weiterhin angespannten Lage im Bauwesen, hoher Kosten, zurückhaltender Investitionen und verfehlter Wohnungsbauziele richtete der Fachbereich Rohholzhandel den Blick bewusst auf die Schnittstelle zwischen Baukonjunktur, industrieller Verarbeitungskapazität und künftiger Rohstoffbasis.


Den Auftakt des fachlichen Programms übernahm Marcel Dresse von B+L Marktdaten mit dem Vortrag Trendumkehr im Neubau: Woher kommt das Holz, wenn der Bedarf wieder steigt?. Seine Marktdaten zeigten, dass sich der Wohnungsbau zwar langsam erholte, das Niveau früherer Jahre aber vorerst nicht wieder erreicht wurde. Auch 2028 dürften die Fertigstellungen im Wohnbau noch deutlich unter dem Stand von 2023 liegen. Im Nichtwohnbau blieb die Entwicklung ebenfalls verhalten, während Sanierung, Bestand und insbesondere serielle Sanierung wichtige Marktchancen eröffnen könnten. Für den Holzbau ergab sich daraus ein differenziertes Bild: Er ist besser durch die Neubaukrise gekommen als andere Bauweisen, gewann weiter Marktanteile und zeigt vor allem im Mehrfamilienhausbau eine dynamische Entwicklung. Die Holznachfrage im Hochbau dürfte bis 2030 wieder über das Vorkrisenniveau steigen. Treiber werde insbesondere der Mehrgeschossbau sein, während auch Aufstockungen, Anbauten und serielle Sanierungen zusätzliche Potenziale eröffnen.

Im Anschluss beleuchtete Günther Jauk vom Holzkurier die Frage Wieviel Bauturbo kann die Holzindustrie stemmen?. Sein Blick auf die europäische Sägeindustrie zeigte: Die Verarbeitungskapazitäten sind grundsätzlich vorhanden und wurden und werden sogar noch merklich erhöht. Jedoch haben sich die Rahmenbedingungen deutlich verändert. Der Holzeinschlag ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Besonders der Fichteneinschlag wurde reduziert, während die Kiefer an Bedeutung gewann. Gleichzeitig sind die Rundholzpreise in Österreich und Deutschland seit 2020 deutlich gestiegen. Aufgrund dieser Entwicklungen und wegen der anhaltend sehr gedämpften Stimmung im Bausektor wurde die Nadelschnittholzproduktion in Deutschland deutlich zurückgefahren und lag 2025 mit 20,3 Mio. m³ auf dem niedrigsten Wert seit 2012. Sein Fazit lautete: Die Holzindustrie kann einen Bauaufschwung grundsätzlich bedienen, doch Rundholzversorgung, Preisgefüge, Produktmix, Kapazitätsveränderungen und die Anpassung an alternative Holzarten würden entscheidende Faktoren sein.


Den Blick auf den Anfang der Wertschöpfungskette richtete Friedrich Schmitz vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat mit den WEHAM-2022-Ergebnissen (Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodelierung). Er ordnete ein, dass WEHAM keine Einschlagsprognose darstellt, sondern Optionen und Potenziale auf Basis der Bundeswaldinventur aufzeigte. Für die Branche war diese Unterscheidung zentral: Potenzial bedeutet nicht automatisch Marktverfügbarkeit. Die Ergebnisse zeigen einen Wald im Wandel. Baumartenanteile verschieben sich: Fichte und Kiefer verlieren zunehmend Fläche, während Laubbaumarten und Tanne zunehmen. Der Gesamtvorrat bleibt zwar voraussichtlich stabil, dahinter stehen jedoch deutliche Veränderungen bei den Baumarten, Regionen und Dimensionen. Besonders relevant für die Holzindustrie ist der Rückgang des Fichtenpotenzials, gerade in attraktiven Alters- und Durchmesserklassen. Gleichzeitig ergeben sich bei Kiefer, Buche und Eiche neue Potenziale, deren stoffliche Nutzung jedoch zusätzliche Anforderungen an Produkte, Prozesse und Märkte stellen wird.

Abschließend richtete Jan Bulmer vom Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg den Blick auf die Holzbau-Offensive Baden-Württemberg. Die Holzbau-Offensive Baden-Württemberg zeigt, wie ein Bundesland den modernen Holzbau strategisch voranbringen kann: durch ressortübergreifende Zusammenarbeit, Förderprogramme, Bildungsmaßnahmen, Forschung, Wissenstransfer und die Sichtbarmachung gelungener Holzbauprojekte. Besonders erfolgreich ist die Initiative, weil sie Klimaschutz, Baukultur, Innovation und regionale Wertschöpfung miteinander verbindet und Baden-Württemberg damit seit Jahren als Benchmark und Impulsgeber für das Bauen mit Holz positioniert.

 


Den Abschluss des Tages bildete das gemeinsame Abendessen auf der Panoramaterrasse des Schlosshotels Steinburg. In guter und entspannter Atmosphäre bot sich den Teilnehmenden dort noch einmal ausreichend Gelegenheit, die Themen des Tages zu vertiefen, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Netzwerke zu pflegen. Bei anregenden Gesprächen und mit weitem Blick über Würzburg klang der Tag des deutschen Rohholzhandels 2026 in kollegialem Rahmen aus. (js)


Foto © RHT 26: Referenten-Vorstand-Geschäftsstelle

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