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20.12.2023rss_feed

Alle Jahre wieder - Der Weihnachtsbaum

Spätestens ab Dezember eines jeden Jahres ist der Weihnachtsbaum allgegenwärtig: man sieht ihn in Geschäften, in den Fußgängerzonen der Innenstädte und auf Weihnachtsmärkten, in Kirchen und selbstverständlich spätestens zum Fest in den privaten Haushalten. Hier ein paar Infos zum Nadelbaum zur Weihnachtszeit?


Schon die Römer schmückten zum Jahreswechsel ihre Häuser mit Lorbeerzweigen, und auch in den nördlicheren Gebieten jenseits der Alpen hängten die Menschen Tannenzweige in ihre Häuser: Einerseits wollte man auf diese Weise die bösen Geister fernhalten, andererseits ließ das Grün der Zweige die Menschen auf die Wiederkehr des Frühlings im neuen Jahr hoffen und verbreitete so auch in den dunklen Wintermonaten eine positive Stimmung. Später im Mittelalter wurden bereits zu öffentlichen Festen häufig Bäume aufgestellt und geschmückt, wie beispielsweise in Form von Maibäumen, oder im Winter während der Aufführung von Paradiesspielen in den Kirchen am liturgischen Gedenktag Adam und Evas, dem 24. Dezember, für die man einen Paradiesbaum benötigte, der an diesem Tag auch noch grün war. Mit zunehmender Bedeutung des 24. Dezembers als heiliger Abend wurde auch der ursprünglich als Paradiesbaum eingesetzte Tannenbaum mehr und mehr zu einem Weihnachtsbaum.

In der Neuzeit häufen sich dann die Aussagen, dass zur Weihnachtszeit geschmückte Bäume aufgestellt wurden. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden Tannenbäume zum Ende der Weihnachtszeit auf die Marktplätze von Riga und Reval gestellt und geschmückt. Auch ist es urkundlich belegt, dass 1539 im Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde.

Dieses Brauchtum eines geschmückten Christbaums verbreitete sich spätestens mit der Übernahme der Tradition durch evangelische Kreise immens, bis sie schließlich Ende des 19. Jahrhunderts auch in den katholischen Gegenden Deutschlands und Österreichs anzutreffen war. Von Deutschland aus verbreitete sich die Tradition des Weihnachtsbaums schließlich auch über Europa, Russland und Amerika bis in die ganze Welt an.


Waren bis zum 19. Jahrhundert Tannen in Mitteleuropa noch recht selten, so blieben sie damals auch fast ausschließlich den wohlhabenderen Gesellschaften vorbehalten. Dies änderte sich, als vermehrt Tannen- und Fichtenwälder angelegt wurden und so auch die breite Nachfrage aus den Städten günstig bedient werden konnte.

Heute ist die Nordmanntanne (botanisch: Abies nordmanniana) mit Abstand der beliebteste Weihnachtsbaum der Deutschen – über 80% der Käufer entscheiden sich für die nach dem finnischen Biologen Alexander von Nordmann benannte Baumart. Dies hat auch seine guten Gründe: Die ursprünglich im Kaukasus und (süd-)östlichen Europa beheimatete Tannenart zeichnet sich unter anderem durch ein gleichmäßiges Wuchsbild und weiche, sattgrüne Nadeln aus, die ihrerseits durch eine lange Haltbarkeit charakterisiert sind. Der Geruch ist eher dezent, hingegen liegt sie preislich auf einem hohen Niveau. Übrigens: eine zwei Meter hohe Nordmanntanne ist ca. 12-14 Jahre alt. Davon hat sie in der Regel drei bis vier Jahre in der Baumschule verbracht. Die restlichen neun bis elf Jahre steht sie in der Weihnachtsbaumkultur.

Abgeschlagen und mit ca. 10% auf Rang zwei der ‚Beliebtheits-Skala‘ liegt die Blaufichte (botanisch: Picea pungens), auch Stechfichte genannt, die ursprünglich aus den Rocky Mountains im Westen der USA stammt. Die umgangssprachlichen Bezeichnungen beschreiben recht eindeutig die auffallendsten Eigenschaften, die durch die Beschaffenheit der Nadeln geprägt sind: Diese sind einerseits sehr spitz, andererseits besitzen sie, besonders in Mitteleuropa züchtungsbedingt, in den meisten Fällen eine graue bis blaue Färbung. Weiter charakteristisch sind ein recht gleichmäßiges Wuchsbild und ein angenehmer Duft. Der dichte Wuchs, der angenehme Geruch und nicht zuletzt die typische Nadelfärbung machten sie in den 1960er und 70er Jahren zur beliebtesten Baumart für die Weihnachtszeit.


Eine ebenfalls noch immer häufig als Christbaum verwendete Baumart ist die Rotfichte, botanisch Picea abies, die bis Ende der 1950er Jahre in nahezu jedem deutschen Wohnzimmer stand und heute noch am dritthäufigsten als Weihnachtsbaum verwendet wird. Sie besitzt dunkelgrüne, leicht stechende Nadeln, die allerdings keine große Haltbarkeit aufweisen, weswegen die Fichte, besonders in warmen Räumen, recht schnell zu nadeln beginnt.

Die Edel- oder auch Nobilistanne (botanisch: Abies procera oder Abies nobilis) hat wie die Nordmanntanne eher weiche Nadeln, die allerdings noch etwas haltbarer sind. Sie sind meist blaugrün und besitzen einen orangenähnlichen Duft. Preislich liegt die ursprünglich im pazifischen Nordwesten der USA beheimatete Nobilistanne ebenfalls gleichauf mit der Nordmanntanne.

Weiter als Weihnachtsbäume verwendete Baumarten sind zum Beispiel die Kiefer, die Douglasie oder die Weißtanne, die jedoch allesamt einen äußerst geringen Anteil an der gesamten Nachfrage darstellen.

 

Der Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland e.V. und der Verband natürlicher Weihnachtsbaum e.V. gehen für die Saison 2023 von einem Laufmeterpreis für Nordmanntannen von 21 bis 29 Euro (Vgl. 2021: 21 bis 29 Euro), für Blaufichten von 13 bis 18 Euro (2021: 21 bis 27 Euro) und für Rotfichten von 10 bis 15 Euro (2021: 9 bis 12 Euro) aus. Die Ursachen diese Steigerungen sind wachsende Produktionskosten und höhere Personalkosten.

 

Die Nachfrage nach Weihnachtsbäumen beläuft sich in Deutschland auf ca. 23 bis 25. Mio. Bäume. Die meisten dieser Bäume stammen aus Deutschland. 2022 wurden nur rund 1,8 Mio. Weihnachtsbäume importiert. Die meisten dieser Importbäume stammen aus Dänemark. Auf der Exportseite schlugen 2022 ca. 800.000 Bäume zu Buche. (js)


Foto: © christmas-tree-1081981-1280

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